Liquidsteuer und Einweg-Vape-Verbot: Was 2026 in Deutschland gilt
Seit dem 1. Januar 2026 fallen in Deutschland 0,32 Euro Tabaksteuer je Milliliter Liquid an, und über ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten wird in Berlin und Brüssel weiter beraten. Dieser Ratgeber trennt klar zwischen geltendem Recht und bloßen Vorschlägen, nennt zu jeder Angabe die Quelle und zeigt, was das für deinen Einkauf bedeutet. Stand der Recherche: Oktober 2026.
Kurz zusammengefasst (Stand: Oktober 2026)
- Geltendes Recht: Liquids werden mit 0,32 Euro je Milliliter besteuert, auch ohne Nikotin. Versteuerte Ware trägt ein deutsches Steuerzeichen.
- Geltendes Recht: Einweg-E-Zigaretten dürfen in Deutschland verkauft werden. Seit dem 1. Juli 2026 müssen alle Verkaufsstellen Altgeräte kostenlos zurücknehmen.
- Beschlossen, gilt ab 2027: Nach der EU-Batterieverordnung müssen Gerätebatterien ab dem 18. Februar 2027 vom Endnutzer entnehmbar und austauschbar sein.
- Geplant, nicht beschlossen: höhere Liquidsteuer ab 2027, ein nationales Einweg-Verbot, ein Verbot bestimmter Aroma- und Kühlstoffe sowie eine EU-Mindeststeuer auf E-Liquids.
Die Liquidsteuer: Rechtsgrundlage und Steuersätze
Steuerlich gelten Liquids als „Substitute für Tabakwaren“. § 1 Absatz 2c des Tabaksteuergesetzes (TabStG) erfasst damit Erzeugnisse, die zum Konsum eines mit einem Gerät erzeugten Aerosols oder Dampfes geeignet sind. Auf den Nikotingehalt kommt es nicht an, deshalb sind auch Produkte aus unserer Kategorie nikotinfreie Vapes und Pods steuerpflichtig. Ausgenommen sind nur Erzeugnisse, die ausschließlich medizinischen Zwecken dienen und Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes sind. Die Steuer gilt seit dem 1. Juli 2022 und wurde in festen Stufen angehoben. § 2 Absatz 1 Nummer 7 TabStG legt fest:
- 1. Juli 2022 bis 31. Dezember 2023: 0,16 Euro je Milliliter
- 1. Januar bis 31. Dezember 2024: 0,20 Euro je Milliliter
- 1. Januar bis 31. Dezember 2025: 0,26 Euro je Milliliter
- ab 1. Januar 2026: 0,32 Euro je Milliliter
Was das konkret bedeutet, zeigt eine einfache Rechnung: Eine 10-ml-Flasche wie das Elfliq Mango Liquid enthält 3,20 Euro Tabaksteuer, eine vorbefüllte Einweg-Vape mit 2 ml Liquid rechnerisch 0,64 Euro. Auf den Verkaufspreis einschließlich Tabaksteuer kommt zusätzlich die Umsatzsteuer. Weil die Steuer an die Füllmenge gekoppelt ist, fällt sie bei Liquids zum Nachfüllen genauso an wie bei vorbefüllten Pods und Einweggeräten.
Geplant: weitere Stufen ab 2027
Das Bundeskabinett hat am 6. Juli 2026 den Entwurf eines Tabaksteueränderungsgesetzes (TabStÄndG) beschlossen. Er sieht vier jährliche Erhöhungen ab dem 1. Januar 2027 für alle Tabakkategorien vor. Für Substitute für Tabakwaren nennt der Entwurf:
- 2027: 0,33 Euro je Milliliter
- 2028: 0,34 Euro je Milliliter
- 2029: 0,35 Euro je Milliliter
- ab 2030: 0,36 Euro je Milliliter
Der Bundestag hat den Regierungsentwurf (Drucksache 21/7859) am 24. September 2026 in erster Lesung beraten und federführend an den Finanzausschuss überwiesen. Die Sätze können sich im weiteren Verfahren noch ändern. Beschlossen ist das Gesetz noch nicht. Bis dahin gilt unverändert der Satz von 0,32 Euro. Quelle: Bundesministerium der Finanzen, Gesetzesvorhaben TabStÄndG.
Steuerzeichen: woran du versteuerte Ware erkennst
Nach § 17 TabStG wird die Tabaksteuer durch Steuerzeichen entrichtet, die entwertet und an der Kleinverkaufspackung angebracht werden. Das gilt ausdrücklich auch für Substitute für Tabakwaren. Fehlt auf einer Liquidflasche, einer Pod-Packung oder einer Einweg-Vape das deutsche Steuerzeichen, wurde die Ware nicht in Deutschland versteuert. Das ist zugleich ein Warnsignal für Graumarkt- und Fälschungsware. Weitere Prüfmerkmale erklärt unser Ratgeber Elfbar Original oder Fälschung.
Für Wiederverkäufer heißt das: Nur ordnungsgemäß versteuerte Ware mit Steuerzeichen darf in den Verkauf. Informationen zum Einkauf für Gewerbekunden findest du beim Elfbar Großhandel für Händler.
Einweg-E-Zigaretten: der Stand in Deutschland
Geltendes Recht: Einweg-E-Zigaretten sind in Deutschland erlaubt, sofern sie den Vorgaben des Tabakerzeugnisrechts entsprechen. Nach der EU-Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU sind höchstens 2 ml Liquid im Gerät und maximal 20 mg Nikotin je Milliliter zulässig. Neu ist die Rücknahmepflicht aus der ElektroG-Änderung, die seit dem 1. Januar 2026 gilt und seit dem 1. Juli 2026 alle Verkaufsstellen erfasst. Was das für dich bedeutet, erklärt unser Ratgeber Vapes richtig entsorgen.
Diskussion im Gesetzgebungsverfahren 2025: In seiner Stellungnahme zur ElektroG-Novelle (Bundestagsdrucksache 21/2070) forderte der Bundesrat erneut ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten. Die Bundesregierung lehnte das ab: Das ElektroG sei nicht der richtige Ort, ein Verbot löse eine Pflicht zur technischen Notifizierung bei der EU aus, und sie bevorzuge eine EU-weite Lösung (Bundestag, hib 498/2025 vom 13. Oktober 2025).
Ankündigung 2026: Am 8. Mai 2026 kündigte Bundesumweltminister Carsten Schneider nach der Umweltministerkonferenz an, noch 2026 einen Gesetzentwurf für ein Verbot neuer Einweg-E-Zigaretten vorzulegen. Nachfüllbare Geräte sollen nach seinen Angaben nicht betroffen sein. Ein veröffentlichter Gesetzentwurf ist uns bis Redaktionsschluss nicht bekannt, ein Datum für ein mögliches Inkrafttreten gibt es nicht.
Aroma- und Kühlstoffe: Referentenentwurf zur Tabakerzeugnisverordnung
Im Januar 2026 hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) den Referentenentwurf einer Fünften Verordnung zur Änderung der Tabakerzeugnisverordnung in die Abstimmung gegeben. Er sieht vor, 13 Zusatzstoffe in E-Zigaretten und Nachfüllbehältern zu verbieten, darunter Menthol, den Süßstoff Sucralose und Kühlstoffe wie WS-3, WS-5 und WS-23. Es handelt sich um einen Entwurf, nicht um geltendes Recht; Länder und Verbände sollen Stellung nehmen können.
Europa: Nachbarländer und EU-Recht
- Belgien: Verkaufsverbot für Einweg-E-Zigaretten seit dem 1. Januar 2025.
- Frankreich: Verbot nicht wiederbefüllbarer E-Zigaretten seit dem 26. Februar 2025 (Gesetz Nr. 2025-175).
- Vereinigtes Königreich: Verkaufsverbot seit dem 1. Juni 2025, für Geräte mit und ohne Nikotin.
- EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542: Artikel 11 gilt ab dem 18. Februar 2027. Gerätebatterien in Produkten müssen dann vom Endnutzer mit handelsüblichen Mitteln entnommen und durch eine kompatible Batterie ersetzt werden können. Für Geräte mit fest verbautem Akku hat das Folgen für die Bauweise; Ausnahmen und Auslegung regeln der Artikel selbst und Leitlinien der Kommission vom 10. Januar 2025 (C/2025/214).
- EU-Tabaksteuerrichtlinie (Vorschlag): Die Kommission hat am 16. Juli 2025 eine Neufassung vorgeschlagen (COM(2025) 580). Für E-Liquids bis 15 mg Nikotin je Milliliter sind mindestens 0,12 Euro je Milliliter oder 20 Prozent des Kleinverkaufspreises vorgesehen, darüber 0,36 Euro oder 40 Prozent. Steuerrecht braucht im Rat Einstimmigkeit; ein Beschluss liegt nicht vor.
Was das für dich bedeutet
Aktuell kannst du Einweg-Vapes wie die Elfbar Einweg-Modelle regulär kaufen; die Tabaksteuer ist im Preis bereits enthalten. Wer sich unabhängig von einem möglichen Einweg-Verbot aufstellen möchte, findet nachfüllbare Alternativen wie die vorbefüllten ELFA Pods für den wiederaufladbaren ELFA Akku. Unabhängig von allen Änderungen bleibt die Abgabe an Minderjährige verboten, mehr dazu unter Jugendschutz beim Kauf.
Quellen: TabStG §§ 1, 2 und 17 (gesetze-im-internet.de), Bundesministerium der Finanzen (TabStÄndG), Bundestag hib 498/2025, Bundesumweltministerium (Pressemitteilung vom 30.12.2025), Bundestagsdrucksache 21/7859, Verordnung (EU) 2023/1542, COM(2025) 580. Dieser Überblick dient der Information und ist keine Rechtsberatung. Rechtslage und Entwürfe können sich ändern; maßgeblich ist der jeweils aktuelle Gesetzestext.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Liquidsteuer 2026?
Seit dem 1. Januar 2026 beträgt die Tabaksteuer auf Liquids 0,32 Euro je Milliliter (§ 2 Abs. 1 Nr. 7 TabStG). Auf eine 10-ml-Flasche entfallen damit 3,20 Euro.
Müssen auch nikotinfreie Liquids versteuert werden?
Ja. Das TabStG stellt auf die Eignung zum Verdampfen mit einem Gerät ab, nicht auf den Nikotingehalt. Auch nikotinfreie Liquids und Pods tragen deshalb ein Steuerzeichen.
Steigt die Liquidsteuer 2027?
Geplant ja: Der Kabinettsentwurf vom 6. Juli 2026 sieht 0,33 Euro ab 2027 und jährlich einen Cent mehr bis 0,36 Euro ab 2030 vor. Stand Oktober 2026 ist das Gesetz noch nicht beschlossen.
Sind Einweg-Vapes in Deutschland verboten?
Nein, Stand Oktober 2026 gibt es kein Verbot. Bundesumweltminister Schneider hat im Mai 2026 einen Gesetzentwurf angekündigt, der bislang nicht veröffentlicht ist.
Was ändert die EU-Batterieverordnung 2027?
Ab dem 18. Februar 2027 müssen Gerätebatterien in Produkten vom Endnutzer entnommen und ausgetauscht werden können. Das betrifft die Bauweise von Geräten mit fest verbautem Akku.
Woran erkenne ich, dass ein Liquid in Deutschland versteuert ist?
Am deutschen Steuerzeichen auf der Verpackung. Fehlt es, ist Vorsicht geboten; worauf du sonst achten solltest, zeigt unser Ratgeber zur Echtheitsprüfung von Elfbar-Produkten.
Ist dieser Überblick eine Rechtsberatung?
Nein. Wir fassen öffentlich zugängliche Gesetze und Mitteilungen mit Stand Oktober 2026 zusammen; im Einzelfall hilft dir eine fachkundige Beratung.
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